
Industriekultur meets Kunst „In alten Gemäuern Neues entstehen lassen!“
„Was für ein Bau!!!“, dies waren die ersten Gedanken, die wohl alle im Kopf hatten. Eine riesige, weiße, lichtdurchflutete Halle, meterhohe Decken mit eingesetzten Glasfenstern sowie Holzeinfassungen, in der Mitte ein Kubus aus Stoff, alte Ausstellungsstücke aus längst vergangenen Zeiten der Industrialisierung und wir mittendrin.
Die alte Mineralwasserfabrik in Neuragotzy weist eine lange Geschichte auf und bietet heute die Möglichkeit im Hier zu sein. Noch 1851 als Kurbad eingeweiht, auf Grund einer Heilquelle, wurden 1988 die letzten Flaschen des Heilwassers in der Fabrik abgefüllt. Leerstand und Verfall waren das Ergebnis. Künstler aus Halle erkannten 1994 das Potenzial dieses Ortes, nahmen sich der Herausforderung an, sanierten und renovierten die alte Mineralwasserfabrik, um dort ein Atelier entstehen zu lassen. Heute ist es der Kunstverein “Werk 8”, der bewahrt und diesen Ort weiterentwickelt. Da kommen wir ins Spiel.
Alle Klassen des Jahrgangs 9 2025/26 unserer Schule dürfen im Rahmen von Workshops zu den Thematiken Industriekultur und den vielfältigen Zugängen zu Kunst unsere Spuren entwickeln und hinterlassen. Die erste Gruppe durfte am 11.11.25 diesen faszinierenden Ort besuchen als auch gestalten und die weiteren Klassen folgen. Einen großen Dank an Geißler- Reisen, denn ohne deren Unterstützung, wäre ein Ankommen und eine Heimkehr nicht möglich gewesen.
Nach der Einteilung in zwei Gruppen konnte losgelegt werden. Eine Gruppe entwickelte mit digitalen Mitteln Spiele, die genau die Geschichte dieses Ortes im Blick hatten. Von versteckten Pfaden, die gefunden werden mussten, oder einem kniffligen Wissensquiz war alles dabei. Die andere Gruppe extrahierte aus Pflanzen Farbstoffe, die in Kunstwerken umgesetzt wurden. Selbst probieren, experimentieren, Lösungen finden, genau das waren die Herausforderungen der ersten Projektgruppe und für die weitere werden andere Herausforderungen folgen. Rahmen aller Projekte ist es, dass digitale Angebote verbunden werden mit künstlerischen Elementen.
Am Ende kamen die zwei Gruppen wieder zusammen und präsentierten sich ihre Ergebnisse. Inmitten dieses Raumes ergossen sich Farben durch Projektionen an den Wänden und kreative Videospielideen füllten den Kubus. Beeindruckend, was innerhalb von vier Stunden entstehen kann, wenn Raum und Zeit dafür da ist.
Wir danken dem Kunstverein – Werk 8 – für die Begleitung, liebevolle Unterstützung durch Leo und Lara, um selbst Spuren an diesem faszinierenden Ort hinterlassen zu dürfen.
Verfasser: Lydia Karpinski







